Bauchtanz mit Shoushana

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Ferien

Viele Arbeiten, die ich während des laufenden Jahres nicht schaffe, verschiebe ich gerne auf die Ferienzeiten. Ich hoffe dann endlich Zeit und Muße zu haben mich mit bestimmten Themen und Ideen zu beschäftigen für die ich sonst keine Zeit habe sowie Neuerungen für meinen Unterricht zu entwickeln oder meine Kostüme auszubessern bzw. zu ergänzen.

Geplagt von einem ständig nörgelndem schlechten Gewissen „du solltest aber …“ „du müsstest unbedingt..!“ „bald geht es wieder los und du hast noch nichts getan…“.

Voller Angst nicht rechtzeitig genug Stoff und Ideen für das nächste Semester und meinen Unterricht zusammen zu haben.

Doch sobald die Ferien beginnen entwickelt sich in mir eine bleierne Trägheit – und ich kann mich zu gar nichts mehr aufraffen, schlafe viel, gammle herum, lass es mir in einer Eisdiele oder Kaffee gut gehen, schaue mir Sehenswürdigkeiten an, gehe schwimmen und lass es mir einfach nur gut gehen. Ich gehe auf Konzerte, Veranstaltungen und besuche Freunde, die ich lange nicht mehr gesehen habe, genieße Grillabende und lange Spaziergänge in der Natur.

Ich tue alles außer mich mit Bauchtanz zu beschäftigen!

Diese Phase kann unterschiedlich lange dauern. Inzwischen habe ich gelernt diese Phasen der Abwendung vom wichtigsten in meinem Leben zu zulassen und auch zu genießen. Denn ich weiß, nach einer Zeit der Ruhe und des Abstandes kommen mir von ganz allein gute Ideen, ich höre eine Musik, sehe etwas interessantes und kann daraus eine Idee entwickeln, folge meinem Körpergefühl in neue Bewegungszusammenstellungen und erhalte von überall her Impulse und Input, ohne, das ich mich groß darum bemühen müsste. Dann muss ich mich auch nicht mehr anstrengen und alles scheint sich mühelos zusammen zu fügen. Somit bin ich dann doch immer rechtzeitig zum nächsten Semester bereit zu neuen Schandtaten, voller Tatendrang und Energie!!

Wie schafft Ihr es Eure Batterien wieder aufzuladen? Was macht Ihr in den Ferien? Wie erhaltet ihr den Strom Eurer Kreativität?

Liebste Feriengrüße

Eure Shoushana

Shoushana`s Bauchtanz Tipp Nr. 5

Hier noch eine Ergänzung zum Tipp Nr. 4!

LAUFEN WIE PRINZESSINNEN

Ich übe mit allen Stufen auch richtiges „Laufen“. Viele von uns haben sich im Laufe der Jahre eine schlechte Haltung angewöhnt, gehen krumm, mit schürfenden Schritten, hängendem Kopf und Schultern, Rundrücken und gesenktem Blick. Wir verhalten uns sehr, sehr unachtsam unserem eigenen Körper gegenüber – spüren ihn kaum noch. Wie oft ich die Teilnehmerinnen auffordern muss, den Kopf zu heben! Ich trage ihnen auf, beim Stadtbummel in den Schaufenstern auf ihr Spiegelbild zu achten und mal zu schauen, ob sie gerade gehen und die Haltung dann sofort zu korrigieren damit die gerade Haltung in Fleisch und Blut übergeht.

Es ist wichtig, sich darauf zu besinnen, was Haltung nach außen signalisiert, besonders als Tänzern/Tänzerinnen. Das, was ich ausstrahlen möchte sollte ich bewusst einsetzen können.  Die Haltung vermittelt einem selbst und dem Publikum sofort das entsprechende Gefühl.

 Das richtige Gehen ist eine Grundvoraussetzung für schönes Tanzen. Ob im Entree oder während des Tanzes die Füße spielen eine zentrale Rolle. Daher ist es zu jeder Zeit wichtig, die Füße zu trainieren.  Deshalb lasse ich meine Teilnehmerinnen zuerst eine Runde mit langsamen, bedächtigen Schritten laufen. Ich fordere sie auf, ihre Füße zu spüren, einen guten Kontakt zum Boden herzustellen. Immer wieder muss ich sie ermahnen langsam zu laufen und auf das Gefühl in den Füßen sowie den Bodenkontakt zu achten.

Dann lege ich eine ruhige Musik auf und fordere sie auf sich wie Prinzessinnen in einem orientalischen Garten zu bewegen, erhaben, stolz, mit sich und ihrem Körper zufrieden, die Düfte der Pflanzen genießend, zufrieden und glücklich. Bei dieser Übung ist es sehr wichtig, auch das Gefühl zu aktivieren und sich gut zu fühlen, das Bewusstsein für die eigene Körperwahrnehmung zu wecken. Außerdem sollen die Tänzerinnen sich auf den geraden Rücken, die aufrechte Haltung besinnen – für viele ist diese Übung sehr, sehr schwer, weil es Ihnen nicht gelingt, los zu lassen oder weil sie im Stillen an sich selbst und ihrem Körper herumnörgeln. Doch mit regelmäßigem Üben fällt es immer leichter und die Haltung ändert sich schrittweise.

Ich korrigiere Fehlhaltungen (Hohlkreuz, Schieflagen usw.)  Je öfter ich das tue, desto mehr verändert sich die Haltung auf Dauer.  

Zum Einstieg zeige ich gerne wie jemand in einen Raum hinein schlürft, mit eingezogenen Schultern und gesenktem Blick und frage die Frauen danach, wie diese Haltung auf sie wirkt. Dann komme ich herein wie eine Tänzerin, leichtfüßig, gerade, fröhlich und offen. Der Unterschied in der Haltungsweise wird sofort deutlich. Oft muss ich an diesem Punkt den Unterschied zwischen aufrecht/stolz/schön und arrogant/überheblich erklären, da wir oft gelernt haben, dass es eitel sei sich selbst schön zu finden!!

Nachdem ich dies mit meiner Gruppe einige Wochen geübt habe, zeige ich Bauchtanzbewegungen, die mit Hilfe der Füße und der Gewichtsverlagerungen der Füße getanzt werden müssen. (z. B. den großen Hüftkreis).

Die fortgeschrittene Tänzerinnen sollen üben, verschiedenste Becken und Armübungen sowie auch den Brustkorb während des Laufens zu bewegen ohne die Bodenhaftung zu verlieren und ohne aus dem Rhythmus zu  kommen. Dies kann auch noch mit den verschiedensten Requisiten (z.B. Schleier/Fächerschleier etc.) geübt werden. Zur Stärkung der Waden und Beine werden bei den Fortgeschrittenen viele Bewegungen auf den Ballen der Zehen getanzt.

Das regelmäßige Trainieren der Füße verbessert die Haltung nachhaltig und sorgt für schöne und geschmeidige Tanzbewegungen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß und Erfolg beim Lauftraining.

Eure Shoushana

Eine Bauchtanz Choreographie für sich selbst schreiben und vortanzen

 

Wir alle sind einzigartig und so sollten auch unsere Tänze sein, individuell, kreativ und herausfordernd!

 Eins wusste ich genau: einfach eine vorhandene Choreo nachtanzen – das kam für mich nicht in Frage.

 Also blieb nur noch – mir selbst eine Choreographie zu schreiben/entwickeln. Was muss ich beachten? Wie kann ich meinen hohen Ansprüchen gerecht werden?  Wodurch kann ich mich unterscheiden und von anderen abheben? Was beinhaltet eigentlich eine gute und faszinierende Choreo?

Vorausschicken möchte ich, dass das kopieren und erlernen von Choreographien  ein gutes Training für Abläufe und Kombinationen sein kann. Doch wenn man nur die Choreographien anderer kopiert, dann werden sie nie etwas ganz individuelles sein und nie 100%ig für einen selbst stimmig sein! Mal  ganz abgesehen davon, dass schon andere Tänzerinnen vorher den Tanz  gezeigt haben.  Jede Tänzerin kann, ihre ureigene Choreographie tanzen und damit  ihr Publikum begeistern!

ABER Wie?

Mit einer eigenen Choreographie – zugeschnitten auf ein Individuum auf persönlichen und speziellen Fähigkeiten!

Viele glauben, das sei schwierig und sie selbst könnten das nicht.

Hier ein kleiner Ratgeber mit Hinweisen, Denkanstößen und Ideen:

  • Die Musik

Die Wahl der Musik ist für Deinen Tanz von entscheidender Bedeutung. Die  Musik sollte  dir als aller erstes einmal  gefallen!

Wenn sie  dich zum Träumen anregt oder den Wunsch auslöst direkt los zu tanzen ist es eine gute Musik. Nun solltest du noch die folgenden Dinge überprüfen:

  1. Ist die Musik abwechslungsreich, vielseitige und  bietet Überraschungen?  Eine solche Musik bietet viele kreative Möglichkeiten.
  2. Sagt Dir der Rhythmus zu? Auch der Rhythmus der Musik sollte dir zusagen und deinem Temperament entsprechen. Es nutzt nichts, zu einem sehr schnellen Stück zu tanzen, wenn einem mittendrin die Luft ausgeht oder zu einem langsamen Stück, wenn man selbst sehr temperamentvoll ist und sich die ganze Zeit zügeln muss!
  3. Bietet die Musik genug Abwechselung? Die Musik sollte Tempi wechsel und unterschiedlich schnelle/langsame Sequenzen bieten, also so abwechslungsreich wie möglich sein – interessante Musik inspiriert einfach mehr, regt die Fantasie an.
  4. Hat die Musik Highlights? D.h. gibt es Stellen, die mit Besonderheiten gefüllt werden können? (z.B. einer Bodeneinlage o. ä.)
  5. Ist die Musik vielfältig genug? Gibt es Spannung und Dramatik oder Ruhe und Zauber?    Je vielfältiger die Klangfarbe der Musik, desto  mehr  Interpretationsmöglichkeiten bietet sie.
  6. Passt die Musik zum Anlass also zu welcher Gelegenheit soll der Tanz aufgeführt werden (Bühne, privater Rahmen, Festival, Kindergarten)? Für wen tanze ich und warum – welche Botschaft will ich übermitteln?
  7. Ist die Musik für das Publikum tauglich? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Musikstücke für das normale westliche Publikum viel zu „orientalisch“ sind. Um beim Publikum gut an zu kommen empfiehlt es sich ein für das westliche Ohr adäquates Stück auszusuchen!

Wenn Du die richtige Musik gefunden hast ist es wichtig die Musik sehr sehr oftl zu hören, mindestens 1 Woche lang jeden Tag!!!   (nur hören – sonst nichts), damit du jede Nuance kennen lernen kannst. Ich höre sie bei der Hausarbeit, im Auto oder zur Entspannung, wie es gerade in Deinen Tagesablauf passt. Lass dich zum Träumen verleiten, lasse Ideen und Fantasien zu, spüre die emotionalen Tiefen der Musik. Lasse alle Eindrücke zu und lass sie in dir arbeiten ohne sie sofort zu bewerten.

  1. Das Brainstorming

Nachdem du dir die Musik zu Eigen gemacht hast, lässt du deiner Fantasie freien Lauf und notierst dir   A L L E – ja wirklich alle – Ideen zu der Musik! Alles was dir einfällt kann wichtig sein, Kostümierung, Bewegungen, Requisiten, Fantasien, Stimmungen, die du übermitteln möchtest, Botschaften in der Musik wie Freude, Trauer oder Sehnsucht. Vielleicht hast du nur zu bestimmten Teilen der Musik eine feste Vorstellung, dass ist nicht schlimm. Es geht erst einmal darum zu sammeln. Falls dir schon Bewegungen, Schritte oder Abläufen einfallen notiere sie ebenfalls.

 

  1. Die Bewegungen

Die Wahl der Bewegungen  und Kombinationen für den Tanz sollten in erster Linie zu Dir als Tänzerin  und Mensch passen!  Deshalb:

  1. Nachdem du dir die Musik lange genug angehört hast, notiere Dir spontan, welche Bewegungen, Tanzkombinationen, verspielte Elemente dir zu der Musik einfallen. Reizt sie dich Requisiten zu benutzen? Dann notiere das ebenfalls.
  2. Unterteile die Musik in sinnvolle Abschnitte, langsam, schnell, traurig, fröhlich usw. Diese ergeben sich meisten aus der Musik, da die orientalische Musik sich öfters wiederholt.
  3. Wähle nur die Bewegungen aus, die Du gut und sicher tanzt, die dir leicht fallen und die bei dir gut aussehen. Es nutzt nichts Bewegungen zu tanzen die bei anderen schön aussehen. Wenn man sich und seinem Typ treu bleibt, gewährleistet dies auch den tänzerischen Erfolg.  Auch Tänzerinnen mit körperlichen Einschränkungen können einen schönen Tanz vorzeigen, wenn sie die für sie passenden Bewegungen aussuchen.
  4. Setze die Bewegungen pro gewählten Abschnitt grob zusammen, achte darauf, dass die Bewegungen sich nicht zu sehr ähneln, zu häufig wiederholen oder Langeweile aufkommen lassen. Also auf Kontraste achten: langsam/schnell, weich/hart. Deine Bewegungen sollten sich ca. 8 x wiederholen damit das Auge des Betrachters sie auch wahrnehmen kann.
  5. Zähle die Takte der einzelnen Musiksequenzen und notiere dir diese, dies ist wichtig, um Übergänge zwischen zwei Bewegungen zu planen und um die Harmonie zwischen mehreren gleichzeitigen Bewegungen herzustellen. (z. B. Oberkörperdrehung + Schulterschimmy).
  6. Achte darauf Schritte, Drehungen, Beckenbewegungen, Brust- und Oberkörperbewegungen, Schultern, Beine, und Kopf mit einzubauen.
  7. Dann Fülle dann die noch vorhandenen Lücken aus. Hier benötigst du vielleicht ein wenig Hilfe/Kreativität. Z. B:

1.Recherchiere in Büchern, Videos, Lehr DVD’s und im Internet (U-tube) nach  Bewegungen, die du in die noch offenen Stellen einbauen könntest . (z.B. eine Sequenz auf dem Boden o.ä.)

  1. Schaue ob du Requisiten einsetzen könntest. (Zimbeln, Schleier, Stock, Kerzen o.ä..)
  2. Passt eine kleine Pause um Spannung aufzubauen?
  3. Eine gezielte Interaktion mit dem Publikum?
  4. Spielerische Elemente
  5. Etwas Lustiges?
  6. Bitte anderen Tänzerinnen/Freundinnen um einen Rat und/oder Ideen.
  7. Die Lücken dann füllen.
  8. Armbewegungen: vergiss nicht zu den jeweiligen Bewegungen auch die Armbewegungen mit auf zu schreiben. Achte auch hier darauf, dass du nur die Bewegungen nimmst, die du gut und richtig kannst. Für manche Bewegungen reichen die Grundbewegungen durchaus aus!

 

  1. Anfang, Mitte, Ende

Der Aufbau einer Tanzchoreographie ähnelt dem einer Geschichte.

  1. Anfang: Einmarsch / Sanfter Beginn des Tanzes, auf sich aufmerksam machen Spannung aufbauen, das Publikum in den Bann ziehen.
  2. Mitte: Spannungsbogen zu einem oder mehreren Höhepunkten  aufbauen, Zuschauer fesseln und faszinieren durch spannende, unerwartete Wendungen oder Interaktion mit dem Publikum.  Wechsel zwischen schnell und langsam, frech und brav, kokett und  verschämt, weiblich und mädchenhaft, herausfordernd und zurückweichend.
  3. Ende: den Tanz langsam ausklingen lassen, das Tempo wieder verringern, eventuell alte Elemente (aus der Anfangsphase). Der Schluss sollte den Anfang in irgendeiner Form wiederspiegeln oder von der Idee her daran anschließen, damit sich der Kreis schließt.  Abschied vom Publikum nehmen, den Zuschauern zu verstehen geben, dass die Vorstellung vorüber ist. Nicht einfach erleichtert von der Bühne flüchten, froh, dass der Tanz endlich vorüber ist sondern sich die Zeit lassen  mit einer netten Geste oder Bewegung den Dank an die Zuschauer auszudrücken und sich gebührend vom Publikum zu verabschieden!!

 

  1. Das Üben der Choreographie
  2. Musik hören und sich dabei die Choreographie durchlesen, bzw. diese im Kopf „nach-tanzen“. Das kann man an jedem Ort machen unterwegs und zuhause.Schwierige Kombinationen zuerst im Einzeln einüben,  jede Bewegung für sich,  bis diese  reibungslos funktionieren. Ich fange immer ganz langsam an, sobald ich die Kombination erlernt habe, kann ich das Tempo erhöhen, bis sie auf die Musik passt. Bitte bedenkt, dass das Gehirn eine Weile braucht, bis er neue Bewegungen und Bewegungsabläufe erlernt hat. Werdet nicht ungeduldig und geht liebevoll mit Euch selbst um, wie mit einem lernenden Kind, liebevoll und bestimmt.Jeden Tag ein Stück mehr zum Tanz hinzufügen und dann alles hinter einander wegtanzen. Dies so viele Tage durchführen, bis der Tanz vollendet ist.  Es ist wichtig die neue Choreo ohne Zeitdruck zu Üben, Üben, Üben, Üben!!

 

Der letzte Schliff

7.Mimik /Gestik /Haltung

Ganz wichtig ist der Gesichtsausdruck. Viele Tänzerinnen sind sehr nervös bei ihren Auftritten und dies spiegelt sich im Gesicht wieder. Das Lächeln wirkt aufgesetzt, der Gesichtsausdruck angespannt. Ich empfehle hier ein sanftes Lächeln, wo die Mundwinkel leicht nach oben gezogen werden vor einem Spiegel zu üben. Das Gehirn unterscheidet nicht ob ein Lächeln echt ist oder nicht hochgezogene Mundwinkel signalisieren dem Gehirn Freude und Freude entspannt. Außerdem ist es wichtig den gesamten Tanz vor einem großen Spiegel zu üben und im Spiegel mit sich selbst zu flirten, so als hätte man ein Gegenüber. Spielt mit eurem Ausdruck, probiert welche Emotionen ihr wie am besten transportieren könnt. Ich weiß, dass es vielen schwer fällt sich selbst im Spiegel zu beobachten. Aber wie will ich mich selbst sonst so wahrnehmen, wie ein Publikum es tun würde? Oft haben wir Hemmungen uns selbst so zu akzeptieren, wie wir sind und auch diese sind für die Zuschauer sichtbar. Deshalb ist es um so wichtiger sich selbst im Spiegel sehen zu können und auch Verbesserungen des Ausdrucks zu üben und einzuprägen. Erst wenn sie zu einem Teil der eigenen Person geworden sind, können wir den Ausdruck auf der Bühne steuern. Wie ein Schauspieler benötige ich ein Repertoire an Gesichtsausdrücken, die zu meinem Tanz passen und bei mir authentisch aussehen. Die richtige Ausdrucksweise kann bei jedem unterschiedlich sein. Wer ganz mutig ist kann sich auch Filmen lassen. Dort tritt gnadenlos jeder Fehler zutage. Zum üben ist es aber eine sehr gute Maßnahme, weil man in der Lage ist, sich selbst mit Abstand zu betrachten und die Fehler einem sofort ins Auge fallen, oft ist man sogar zu kritisch. Ihr könnt den Tanz aber auch jemandem vortanzen, dem ihr vertraut und der konstruktive Kritik beisteuern kann.

 

  1. Gestik

Viele Tänzerinnen entwickeln im Laufe der Zeit für sie typische Bewegungen, Bewegungsabläufe und Gesten. Diese Gesten können sogar zu einem Markenzeichen werden. wenn eine eurer Lieblingsbewegungen euren Charakter und euer Wesen wiederspiegelt setzt es bewusst (jedoch nicht zu häufig) ein.

Nun  wünsche ich Euch viel Spaß und Leidenschaft bei der Entwicklung Eurer eigenen, kreativen und hinreißenden Choreo!!

Eure Shoushana

Shoushana’s Bauchtanztipp Nr. 4

Graziles Laufen üben


Generell geht es bei dieser Übung darum, die Füße zu stärken, die Aufmerksamkeit auf Balance und Gleichgewicht einzuüben und um die Verschiebung der Balance beim tanzen.


 

  1. Laufen mit schweren Büchern auf dem Kopf für eine bessere Haltung, mehr Balance und sicherem Gang. Falls keine Bücher zur Hand sind, gehen auch Taschen, Körbe, Blumentöpfe (gut festhalten!), Medizinbälle, usw.
  2. Laufen mit Büchern (oder anderen schweren Dingen auf dem Kopf) in verschiedenen Tempi und Gemütshaltungen. Z. B. langsam, schnell, auf  Zeh-Ballen, auf den Innen-. Außenkanten, Fersen, würdevoll, stolz, vorsichtig, erhaben, usw.
  3. Sobald sicher gelaufen wird, versuchen beim Laufen kleine Hüft-, und Brustkorbbewegungen hinzuzufügen, ohne die Bücher zu verlieren!

Laufübungen die in den Unterricht eingebaut oder separat geübt werden können:

Auf den Fersen, Ballen, Innen-und Außenkanten laufen. Dabei alle Bereiche gut nachspüren, wo genau liegt die Belastung auf den Füßen?? Als Lehrerin darauf achten, dass die Zehen nicht hochstehen oder Fehlhaltungen eingenommen werden. Oft zeigen sich bei solchen Übungen auch Schwachstellen an den Füßen. Dann frage ich nach, ob das Problem bekannt ist bzw. ob schon etwas daran getan wurde oder empfehle einen Arztbesuch!!

Die Gewichtsverlagerung der Füße zeige ich dann nochmal an einem einfachen großen Hüftkreis und mache darauf aufmerksam, wie und wann die Belastung sich verschiebt und wie die Füße den Körper unterstützen.

Außerdem versuche ich in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Füße im Allgemeinen und besonders beim Tanzen sind. Sie tragen uns den ganzen Tag lang, ertragen enge Schuhe und einseitige Belastungen ohne große Belastungen und haben es verdient, wertgeschätzt und bewusst trainiert zu werden, damit sie lange gesund und stark bleiben.

Nun viel Spaß beim Üben!

Bauchtanz bei Rückenerkrankungen?????

 

 

Ich selbst bin mit einem Rückenleiden geboren. An Halswirbel und Lendenwirbel sind die Wirbel nicht komplett – seitdem ich denken kann, habe ich Rückenschmerzen!

Hieraus resultierend machte mir Sport überhaupt keinen Spaß und ich mied ihn, wo immer ich nur konnte. Da ich auch immer zu viel wog, hatte ich schnell meinen Ruf als „faul, träge und unsportlich“ weg.

Als ich ins Teenager Alter kam, ging ich mit Freundinnen in die Disco. Dort bewegte ich mich leidenschaftlich gerne und war für meine Ausdauer und meine verrückten „Moves“ bekannt. Ich fühlte mich so wohl, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Das war der Moment, in dem bei mir der Groschen fiel – ich war gar nicht generell unsportlich, faul und trage ich hatte nur noch nicht den richtigen Sport für mich entdeckt: das Tanzen!!

In Berlin sah ich meinen ersten Bauchtanz. In einem Saal voller Frauen tanzte ein apartes, nicht mehr ganz junges Vollweib! Mit ihren anmutigen, weichen Bewegungen zog sie uns sofort in ihren Bann. Von langsamen schlangenhaften Bewegungen bis zu schnellen rhythmischen Hüftschwüngen hatte sie alles im Repertoire. Mit ihrer Mimik und ihren sinnlich-provokanten Blicken vermittelte sie uns Emotionen von überschäumender Freude bis hin zu überwältigendem Leid. Als sie ihren Tanz beendete, war der ganze Raum angefüllt mit einer knisternden erotischen Spannung. In einem Überschwang von Applaus wurde die Tänzerin verabschiedet.

Das war der Moment in dem ich erkannte: das will ich auch!!

Es dauerte noch einige Jahre, bis ich meinen ersten Bauchtanzkurs beginnen konnte. Der erste Kurs war eine ziemliche Enttäuschung, die Lehrerin konnte toll tanzen aber nichts von ihrem Wissen vermitteln. Wir lernten fast nur durch Nachahmung. Dennoch machte ich weiter und suchte mir verschiedene Lehrerinnen. Gesundheitliche Rückschläge gab es (und gibt es) immer wieder. Während einer 6 Monatigen Periode der Lähmungen auf einer Seite konnte ich beim Unterricht nur zuschauen. Am Anfang war ich zutiefst traurig und frustriert darüber im Nachhinein stellte es sich al versteckter Segen heraus. Ich merkte mir Bewegungsabläufe, notierte sie, schaute genau zu wie welche Bewegungen gemacht wurden, welche Körperteile dazu bewegt wurden usw. Als es mir wieder besser ging, nahm ich meine Notizen und übte danach und war ganz schnell wieder in der Lage weiter zum Unterricht zu gehen. Danach hatte ich nur noch in den Ferien Rückenschmerzen und Probleme, wenn ich mich „ausruhte“ (also keine Lust zum Trainieren hatte!!).Da war mir dann endgültig klar, dass Bauchtanzunterricht zu meiner Gesundheit beiträgt meinen Rücken stärkt und schlimmere Schmerzen abwenden kann.

Als ich dann meine eigenen Gruppen unterrichtete stellte ich auch bei meinen Teilnehmerinnen fest, dass regelmäßiges Tanzen für die Gesundheit förderlich ist, sofern die Übungen sorgfältig erklärt werten, langsam eingeübt und systematisch aufeinander aufgebaut werden

Oft hörte ich von Frauen, die gerne bei mir tanzen wollten die Aussage: „i…ch kann nicht, der Rücken“ Wenn ich sie dann bat einfach mal zum „Schnuppern“ vorbei zu kommen und meine Geschichte erzählte staunten sie nicht schlecht. Nach der Schnupperstunde sind fast alle geblieben! Viele blieben dann für lange Zeit, nachdem sie auch erlebten, dass ihre Schmerzen durch das Training weniger wurden.

 

Diese Erkenntnis führte mich dazu, in meinem Unterricht auf diese Dinge ganz besonders Acht zu geben:

  1. Sich erkundigen, was der Arzt bzw. Orthopäde empfiehlt.
  2. Sich ausreichend Zeit für das Aufwärmtraining zu nehmen (ca. 30 Min..).
  3. Die richtige Grundhaltung einnehmen: Füße hüftbreit auseinander stellen, Becken gekippt, gerader Oberkörper, Schultern locker zurück, Kopf und Kinn gerade. Die Haltung sollte mehrmals während des Unterrichts kontrolliert und ggf. korrigiert werden.
  4. Genügend Streckungen und Dehnungen von Kopf, Schultern, Brustkorb, Oberkörper, Hüfte, Armen und Beinen. Dazu noch ein Lauftraining (z. B. Schritte/Kombinationen)
  5. Jede Übung ein Mal probie3ren und nachspüren, ob sie mit dem vorhandenen Leiden ausgeführt werden kann oder nicht.  Wenn ja, sukzessive die Übungszahl erhöhen. Hier ist unbedingt eine Kontrolle bzw. Hilfestellung durch den Lehrer/die Lehrerinn erforderlich, Hilfreich können auch geführte Bewegungen sein, falls die Bewegungen alleine nicht ausgeführt werden können. Andernfalls nach Alternativübungen suchen!!
  6. Regelmäßige Wiederholungen in jeder Woche. Sobald die Übungen sitzen, Ergänzungen oder Erweiterungen hinzufügen.
  7. Immer darauf achten, dass die Teilnehmerinnen sich selbst nicht überschätzen und überfordern.
  8. Die Kursteilnehmer bitten, sich zu melden, falls sie Schmerzen verspüren damit man korrigierend eingreifen kann. Oft liegt der Schmerz daran, dass die Tänzerinnen die falsche Grundhaltung einnehmen oder an einer falschen Ausführung der Bewegungen. Als Lehrperson sollte dies unbedingt überprüft werden!!

Unter diesen Bedingungen ist es meiner Meinung nach durchaus möglich den orientalischen Tanz auch mit körperlichen Beschwerden und Einschränkungen tanzen zu lernen und seinen Körper zu trainieren. Wichtig finde ich, dass Lehrer/Lehrerinnen ganz bewusst darauf achten, sofort zu korrigieren und Haltungskorrekturen vornehmen. Ermutigt auch die Tänzerinnen mit Einschränkungen den Spaß am Tanz zu genießen und mit dem Tanz persönlich und körperlich zu wachsen, gesünder und schmerzfreier zu leben!

 

In diesem Sinne….

Eure Shoushana

Shoushana’s Unterrichtstipp Nr. 3

 

Laufen wie Prinzessinnen


Diese Übung soll die Aufmerksamkeit auf die innere Verfassung lenken, für Ruhe und innere Einkehr sorgen, das langsame und aufrechte Gehen üben.


 

Wir kommen alle aus einem mehr oder weniger hektischen Alltag zu unserem Bauchtanztraining. Deshalb finde ich es enorm wichtig, erst einmal richtig im Unterricht anzukommen und sich geistig/seelisch kurz darauf einzustimmen. Dies geschieht nicht automatisch, wenn wir uns die Übungskostüme anziehen!

Deshalb habe ich eine schöne Übung dafür:

Ich lege rhythmische, gleichmäßige eher ruhige Musik auf und bitte die Schüler/Schülerinnen sich vorzustellen sie seien in einem wunderschönen orientalischen Garten, mit feinen Düften, leckeren Früchten, plätschernden Brunnen und einem angenehmen Klima. Sie sollen sich in das Gefühl hinein versetzen eine Prinzessin zu sein – und dies auch körperlich auszudrücken.

Sie sollen gerade gehen, den Kopf gerade halten, die Schultern locker zurück den Brustkorb leicht angehoben (also eine gestreckte obere Wirbelsäule) und das Becken gekippt sein (Bauchmuskeln angespannt – aber nicht verkrampft.) Die Knie sind leicht gebeugt. Beim Laufen  die Füße von den Zehen bis zu den Fersen abrollen. Außerdem die Füße nur ca. 10 cm nebeneinander stellen und kleine, bewusste Schritte machen – d.h. den Boden unter den Füßen spüren. Den Abstand auch beim Gehen beibehalten nicht zu eng aneinander setzen und nicht zu weit auseinander! Die Füße nebeneinander setzen nicht voreinander. Die Körperhaltung sollte die „Attitüde“ einer Prinzessin wieder geben, stolz, gerade, schön. Es ist wichtig, sich beim Laufen  gedanklich mit diesen Eigenschaften zu verbinden.

Variationsmöglichkeiten:

Schritte rückwärts,

Schritte auf den Ballen.

Eine Armbewegung hinzufügen, z. B. eine Begrüßung.

 

Viel Spaß beim Üben wünscht Eure Shoushana!

Tänzerische Inspiration suchen und finden

So ab und zu mache ich etwas, was ich zuvor noch nie gemacht haben – und es lohnt sich jedes Mal!

Vor kurzem lud mich eine Freundin zu einem Burlesque Workshop ein. Ich hatte zwar schon einige Burlesque-Tänzerinnen in Bauchtanzshows und Filmen gesehen aber nie in Erwägung gezogen eventuell die Bewegungen oder andere Elemente für meinen Tanz zu übernehmen.

Der Workshop fand in einer regulären Tanzschule statt mit gehobener Ausstattung, tollen Lichteffekten und idealem Boden. Spiegel rundherum gaben jede Bewegung wieder. Ein schönes Ambiente in dem man sich sofort wohlfühlte.

Die Kursleitung stellte sich vor und erklärte kurz den Ablauf. Dann zeigte sie uns eine kurze Choreographie, die sie mit uns einstudieren wollte. Die Musik war modern und aus den Charts und lud direkt dazu ein, sich zu bewegen.  Die vorgetanzte Choreo war atemberaubend, viele anmutige, laszive Bewegungen, geschmeidig und sinnlich aber auch schnelle Drehungen, Streckungen und kleine Sprünge gehörten dazu. Es wurde auf und mit einem Stuhl als Requisit getanzt- lustig und befremdlich zugleich. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich den Stuhl so wie andere Requisiten benutzen konnte. Irgendwie gab es beim Stuhl eine Hemmschwelle (im Kopf!) die erst überwunden werden musste.

Nacheinander übten wir zuerst langsam die einzelnen Sequenzen des Tanzes ein, er war nicht schwer oder kompliziert solange man langsam tanzte! Die Bewegungen wurden sehr schnell aneinander gereiht und nicht so exakt ausgeübt, wie ich es sonst kannte. Ein Spiel mit bekannten Bewegungen die schneller getanzt wurden und mit Elementen des Bühnentanzes und der Erotik gepimmpt waren. Als das Tempo erhöht wurde fand ich es schwer, die Bewegungen sauber nachzutanzen – da hätte ich mehr Zeit zum Üben gebraucht. Mittelpunkt des Tanzstücks war der Stuhl, wir tanzten um ihn herum, auf ihm und mit ihm – mal sitzend, dann wieder kniend, balancierend und drehend. Frech, abwechslungsreich und voller kecker Symbolik riss der Tanz sofort mit.

Schwierig waren für mich die Posen mit geöffneten Beinen auf dem Stuhl. Da fühlte ich mich anfangs richtig unwohl mit und es fiel mir schwer, mich darauf einzulassen. Ich kam mir dabei sehr „entblößt“ vor.  Doch nach und nach wurde es besser und ich konnte immer besser damit umgehen (obwohl es keine Bewegung ist, die ich für mich in mein Repertoir aufnehmen werde!).

Schließlich war das genau der Grund, warum ich diesen Kurs mitmachen wollte – um Neues zu erfahren, meine Grenzen zu überschreiten, neue Impulse für mich und meinen Tanz zu erfahren und erleben!

Viel zu schnell war der Burlesque Schnupperkurs zu Ende. Körperlich erschöpft und voller positiver, guter Energie, nahm ich für mich die Leichtigkeit, die spielerischen Elemente und das kokette Spiel mit dem Publikum als Inspiration mit nach Hause.

Wenn es sich anbietet, kann ich Euch nur empfehlen, auch einmal einen solchen Schnupperkurs zu besuchen. Ich habe diese Stunden als große Bereicherung erlebt.

Seid Mutig, traut Euch und erweitert Euren „Tänzerischen-Horizont“ !

Alles Liebe – Eure Shoushana

Wie gestalte ich meine Unterrichtszeit effektiv?

Tipps für den Unterrichtsverlauf

 

Ich habe das große Glück, dass ich 90 Minuten Unterrichtszeit habe. Diese Zeit brauche ich auch, den:

Wenn die Schüler/Schülerinnen zum Unterricht kommen herrscht zuerst eine große Unruhe vor. Ich habe gute Erfahrungen mit Symbolik gemacht, d.h. wenn die Schüler ankommen, ziehen sie als aller erstes ihre Alltagskleidung aus und ihre Bauchtanzsachen an (wobei das auch Trainingskleidung sein kann und nicht zwangsläufig ein Kostüm o. ä . sein muss!) Wichtig ist für mich nur ein Tuch, damit die Beteiligten auch ihre Hüften spüren und hören können ob sie sich richtig bewegen. Damit ist der Alltag schon einmal sichtbar abgelegt. Doch in den Köpfen schwirren noch alle Probleme des Tages mit. Deshalb bitte ich die Schüler /Schülerinnen sich auf eine Matte zu legen, ihre Körper zu entspannen und eine langsame Tiefenatmung (durch die Nase in den Bauch hinein und durch den Mund stoßweise ausfließen lassen) zu beginnen. Ich lege dazu entspannende orientalische Musik auf.

Danach beginne ich mit meinem „Aufwärmtraining“. Ich arbeite mich von Kopf bis Fuß vor, habe für jeden Bereich unterschiedliche Übungen die ich mit den Schülern/Schülerinnen wiederhole. Besonderes Augenmerk liegt auf die Isolation und die richtigen Ausführung der Übungen. Ich laufe herum und helfe, wo nötig, nach, korrigiere, lege eine Hand auf die Körperteile, die die Teilnehmerin bewegen soll. Es ist wichtig, dass die Schüler/Schülerinnen am eigenen Körper fühlen, wie eine Bewegung abläuft. Das ist zwar sehr zeitaufwendig hat sich aber im Laufe der Jahre bewährt. Je mehr Arbeit ich mir mit den Anfängern mache, desto weniger Probleme habe ich nachher mit den Fortgeschrittenen!

Als nächstes kommen die Trommeln zum Einsatz und wir üben Schritte, Schrittfolgen usw. Danach sind die Tänzer/-innen gut angewärmt und bereit, neue Übungen zu erlernen.

Ich suche mir meistens ein Thema pro Stunde und gestalte dann entsprechende Übungen dazu. Ich nehme mir die Zeit. die Bewegung zu erklären und zu zeigen. Dann sollen die Schüler es selbst probieren und ich korrigiere.

Nach dieser sehr intensiven Übungsphase kommt das sogenannte „freie Tanzen“. Nun sollen sich die Schüler/Schülerinnen daran erinnern, dass Tanzen Spaß macht und Bewegung Freude bedeutet. Ich entlasse keinen aus dieser Übung, auch wenn sie ihnen noch so schwer fällt! Das nachmachen ist leicht aber den Tanz im eigenen Körper zu spüren und frei zu lassen ist schwierig. Deshalb ist diese Übung für mich so wichtig. Anfängliche Hemmungen baue ich dadurch ab, dass ich mit den Schülern/Schülerinnen zusammen tanze, wir Spaß miteinander haben und uns selbst nicht so ernst nehmen. Nach anfänglichen Widerständen klappt es dann immer besser.

Ich hoffe, ich konnte Euch hiermit ein wenig Inspiration für Euren eigenen Unterricht geben.

Eure Shoushana

Shoushana’s Unterrichtstipp Nr. 2


 

Entspannungsübung – Fokussieren auf den Unterricht


 

Wenn meine Tanzschüler/Tanzschülerinnen sehr angespannt sind und es ihnen schwer fällt, sich auf etwas Neues einzulassen oder sich zu konzentrieren mache ich mit ihnen folgende Übung:

Ich lege Best of Percussion von Guem et Zaka (Afrikanische Trommelmusik) auf. Dann fordere ich alle dazu auf, die Hände auszuschütteln, die Arme, die Schultern, die Füße, die Beine usw. – alle Körperbereiche einfach nur abschütteln. Wichtig ist nicht zu schnell mit dem Schütteln aufzuhören, da manche sich albern vorkommen werden und es eine Weile dauert, bis sie die Aufgabe wirklich annehmen!,Erst langsam dann schnell. Zum Schluss den Kopf mit Haaren von Seite zu Seite werfen (nur wer keine gesundheitlichen Einschränkungen hat !!) und dann den Oberkörper mitnehmen. Zum Schluss mit dem ganzen Körper schütteln, wedeln, springen und hopsen, loslassen die Musik fühlen und tiefe Freude empfinden.

Ziel der Übung ist das Lösen von körperlichen Verkrampfungen und geistiger Anspannung sowie die Wiederherstellung von Freude beim Tanzen.

Viel Spaß dabei wünscht

Eure Shoushana

„Ich kann schon das Kamel“

Immer wieder kommen neue Frauen in  meine Gruppen, die zuvor woanders Unterricht hatten. Das freut mich natürlich sehr aber es stellt auch manchmal ein Problem dar. Da erzählen mir die TeilnehmerInnen, sie hätten zwei Kurse besucht und  auch schon Choreographien getanzt und gaaanz  komplizierte Bewegungen gelernt, wie z. B. das Kamel.!! (damit meine ich die Verbindung von Becken- und Brustkorbwelle fließend nacheinander – nur zur Klärung der Terminologie!).

Solche Aussagen stoßen bei mir immer auf große Verwunderung  – sind diese Personen etwa Supertalente? Mache ich etwas falsch, dass meine TeilnehmerInnen dies nach zwei Kursen nicht behaupten können? Muss ich etwas ändern?

Da ich sowieso immer zu einem Probetanzen einlade, damit die „Neuen“ mich  und ich sie beschnuppern können, habe ich dann die Gelegenheit mir die Person etwas genauer anzuschauen. Da staune ich dann nicht schlecht!  Leider stellt sich meist ganz schnell heraus, dass eine solide Basis an Grundbewegungen der Hüfte, des Brustkorbs und der Arme komplett fehlt! Diejenige, die ein Kamel tanzen kann ist  nicht in der Lage, getrennt voneinander und isoliert eine Beckenwelle und eine Brustkorbwelle zu machen- da frage ich mich: wie kann das sein???

Ich baue meinen Anfänger -Unterricht so auf, dass ich richtige Haltung, bewusstes Gehen und Stehen, die Grundbewegungen der Hüfte, des Brustkorbes, der Schultern und Arme beibringe. Ich finde es in den Anfängerkursen sehr, sehr  wichtig, herum zu gehen und bei den SchülerInnen genau hinzuschauen und ggf. den richtigen Bewegungsablauf mit einer Hand zu stützen oder zu führen, denn nicht jeder fühlt diese Dinge von Beginn an. Dies ist manchmal ziemlich zeitaufwendig und verlangsamt das Tempo des Unterrichts. Dennoch hat es sich bis jetzt immer gelohnt – sowohl für mich als auch für meine Tänzerinnen. Denn – sobald wir anfangen Kombinationen zu lernen, zahlt sich der langsame Beginn aus und es gibt kaum Probleme mit dem Zusammenführen der Bewegungen.

Wer sich einmal Fehlhaltungen oder falsche Abläufe eingeprägt hat muss sehr schwer arbeiten um sich das später wieder abzutrainieren.

Wie handhabt ihr dieses Problem? Wie sehen Eure Stunden für AnfängerInnen aus? Würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen!